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API-Integration: So verbinden Sie Ihr ERP mit modernen Tools

Praktischer Leitfaden zur API-Integration von ERP-Systemen. Schnittstellen, Best Practices und typische Fallstricke bei der Systemanbindung.

Das Schnittstellenproblem im Mittelstand

In fast jedem mittelständischen Unternehmen existieren gewachsene IT-Landschaften: Ein ERP-System hier, eine CRM-Software dort, dazu Excel-Listen und spezialisierte Branchenlösungen. Das Ergebnis: Datensilos, manuelle Übertragungen und Fehlerquellen.

API-Integrationen lösen dieses Problem – wenn sie richtig umgesetzt werden.

Was ist eine API-Integration?

Eine API (Application Programming Interface) ist eine standardisierte Schnittstelle, über die Software-Systeme miteinander kommunizieren können. Statt Daten manuell zu kopieren, tauschen Systeme Informationen automatisch aus.

Beispiel: Ein Kunde bestellt im Webshop. Die Bestellung wird automatisch im ERP angelegt, der Lagerbestand aktualisiert und die Rechnung erstellt – ohne manuellen Eingriff.

Die drei häufigsten Integrationsszenarien

1. Webshop ↔ ERP

Datenfluss:

  • Bestellungen vom Shop ins ERP
  • Lagerbestände vom ERP zum Shop
  • Kundendaten synchronisieren
  • Rechnungen und Lieferscheine übertragen

Herausforderung: Unterschiedliche Datenformate und Produktstrukturen.

2. CRM ↔ ERP

Datenfluss:

  • Kundenstammdaten abgleichen
  • Umsatzdaten für Vertriebsanalysen
  • Angebote und Aufträge synchronisieren

Herausforderung: Dubletten vermeiden, Datenhoheit klären.

3. Buchhaltung ↔ ERP

Datenfluss:

  • Rechnungen und Gutschriften
  • Zahlungseingänge
  • Kontenabstimmung

Herausforderung: Gesetzliche Anforderungen (GoBD) beachten.

Best Practices für API-Integrationen

1. Datenfluss dokumentieren

Bevor Sie Code schreiben, zeichnen Sie den Datenfluss auf:

  • Welche Daten fließen wohin?
  • Wer hat die Datenhoheit?
  • Was passiert bei Konflikten?

2. Fehlerbehandlung einplanen

APIs können ausfallen. Planen Sie von Anfang an:

  • Retry-Mechanismen
  • Logging und Monitoring
  • Benachrichtigungen bei Fehlern
  • Manuelle Nachbearbeitung

3. Schrittweise vorgehen

Integrieren Sie nicht alles auf einmal:

  1. Kritischste Daten zuerst
  2. In einer Richtung testen
  3. Dann bidirektional
  4. Automatisierung ausbauen

4. Rate Limits beachten

Die meisten APIs beschränken die Anzahl der Anfragen pro Zeiteinheit. Berücksichtigen Sie dies beim Design Ihrer Integration.

Typische Fallstricke

Fallstrick 1: Fehlende Fehlerbehandlung

Problem: Die Integration läuft, bis etwas schiefgeht. Dann fehlen Bestellungen oder Rechnungen.

Lösung: Jede Transaktion protokollieren, bei Fehlern benachrichtigen, manuelle Korrekturmöglichkeit vorsehen.

Fallstrick 2: Synchronisationskonflikte

Problem: Gleiche Daten werden in beiden Systemen geändert. Welche Version gilt?

Lösung: Datenhoheit klar definieren. Ein System ist Master, das andere Slave.

Fallstrick 3: Performance-Probleme

Problem: Zu viele Anfragen überlasten das ERP-System.

Lösung: Batch-Verarbeitung, Caching, zeitversetzte Synchronisation.

Wann lohnt sich eine Integration?

Eine API-Integration rechnet sich, wenn:

  • Manuelle Datenübertragung mehr als 1 Stunde täglich kostet
  • Fehler durch manuelle Eingabe regelmäßig auftreten
  • Echtzeit-Daten für Entscheidungen benötigt werden
  • Mehrere Mitarbeiter dieselben Daten in verschiedenen Systemen pflegen

Fazit

API-Integrationen sind der Schlüssel zu durchgängig digitalisierten Prozessen. Mit der richtigen Planung und einem schrittweisen Vorgehen können auch komplexe Systemlandschaften effizient verbunden werden.

Der wichtigste Grundsatz: Lieber eine kleine, stabile Integration als ein großes, fragiles Gesamtsystem.


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Dennis Pfeifer
Dennis Pfeifer
Gründer & IT-Berater
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